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1. Juli 20266 Min. Lesezeit

Die Sonderfahrten erklärt: Überland, Autobahn & Nacht

Sonderfahrten Führerschein: Die 12 Pflichtfahrten im Detail. 5 Überland, 4 Autobahn, 3 Nacht. Was du in jeder übst, wann sie kommen und worauf es ankommt.

Irgendwann sagt dein Fahrlehrer: "Nächste Woche fahren wir auf die A46." Bei vielen schlägt da kurz das Herz höher. Autobahn, Landstraße, Dunkelheit. Genau das sind die Sonderfahrten, und sie gehören zu den spannendsten Stunden deiner ganzen Ausbildung. Hier wird es ernst, aber im guten Sinne.

Die Sonderfahrten für den Führerschein sind die einzigen Fahrstunden, deren Anzahl gesetzlich exakt vorgeschrieben ist. Für die Klasse B sind es genau 12 Stunden, jede davon dauert 45 Minuten. Sie teilen sich in drei Bereiche auf, die jeweils etwas trainieren, das du im normalen Stadtverkehr nicht lernst.

Warum es die Sonderfahrten überhaupt gibt

Im Stadtverkehr von Oberbilk lernst du Ampeln, Kreuzungen, Vorfahrt und Parken. Aber drei Situationen kommen dabei kaum vor: schnelles Fahren auf der Landstraße, das Auffahren auf die Autobahn und das Fahren bei Dunkelheit. Genau diese drei Lücken schließen die Pflichtfahrten. Der Gesetzgeber will, dass du jede typische Verkehrssituation mindestens einmal unter Anleitung erlebt hast, bevor du allein unterwegs bist.

Welche Sonderfahrten gibt es?

Es gibt genau drei Arten von Sonderfahrten: Überlandfahrten, Autobahnfahrten und Nacht- bzw. Dämmerungsfahrten. Für die Klasse B sind das zusammen 12 Pflichtstunden – 5 Überland, 4 Autobahn und 3 bei Nacht, jede davon 45 Minuten lang.

Andere Klassen haben eigene Vorgaben. Für die Anhängerklasse BE sind es zum Beispiel 5 Sonderfahrten: 3 Überland, 1 Autobahn und 1 bei Nacht. Ersetzen lässt sich keine davon durch normale Übungsstunden, und befreien kann dich davon niemand.

Die 5 Überlandfahrten

Den größten Block bilden die 5 Überlandfahrten auf Landstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften. Rund um Düsseldorf bieten sich dafür die Strecken Richtung Mettmann, Erkrath oder ins Neandertal an.

Hier übst du vor allem:

  • Höheres Tempo sauber halten, meist 100 km/h, und trotzdem entspannt bleiben
  • Überholen richtig einschätzen und sicher durchführen
  • Kurven mit der passenden Geschwindigkeit anfahren
  • Abstand auf schnellen Strecken halten
  • vorausschauend fahren, weil Gegenverkehr und Traktoren plötzlich auftauchen

Überland ist für viele die lehrreichste Sonderfahrt, weil sich das Tempo am stärksten vom gewohnten Stadtverkehr unterscheidet.

Was ist eine Überlandfahrt?

Eine Überlandfahrt ist eine Pflichtfahrstunde außerhalb geschlossener Ortschaften, also auf Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen statt im Stadtverkehr. "Überland fahren" heißt schlicht: raus aus der Stadt und rauf auf die Landstraße.

Der Unterschied zur Stadtfahrt ist vor allem das Tempo. Außerorts sind für Pkw in der Regel 100 km/h erlaubt, der Gegenverkehr ist nicht baulich getrennt, und Überholen wird zum Thema. Genau dafür ist diese Sonderfahrt da.

Was zählt als Überlandfahrt?

Als Überlandfahrt zählt die Zeit, in der du wirklich außerhalb geschlossener Ortschaften unterwegs bist. Die Anfahrt durch Oberbilk, eine kurze Ortsdurchfahrt oder ein Stück Autobahn sind kein Überland – Autobahnkilometer laufen auf das eigene Konto der 4 Autobahnfahrten.

Damit die Stunde etwas bringt, planen wir Überlandfahrten deshalb meistens als Doppelstunde. Dann fällt die Anfahrt weniger ins Gewicht und du fährst zusammenhängend über Land. Jede gefahrene Sonderfahrt trägt dein Fahrlehrer in den Ausbildungsnachweis ein, damit jederzeit dokumentiert ist, welche Pflichtstunden du schon hast.

Wie viele Überlandfahrten braucht man?

Für den Führerschein Klasse B brauchst du 5 Überlandfahrten à 45 Minuten. Sie sind der größte der drei Blöcke, weil außerorts die meisten neuen Situationen auf einmal zusammenkommen: höheres Tempo, Überholen, lange Kurven und Gegenverkehr ohne Trennung.

Für die Anhängerklasse BE sind es 3 Überlandfahrten. Weniger geht in keinem Fall, die Zahlen stehen in der Fahrschüler-Ausbildungsordnung.

Wie lange dauert eine Überlandfahrt?

Eine Überlandfahrt dauert 45 Minuten, das ist die Länge einer regulären Fahrstunde. In der Praxis fahren wir sie meist als Doppelstunde mit 90 Minuten, damit nach der Anfahrt genug Zeit auf der Landstraße bleibt.

Für alle 5 Überlandfahrten zusammen kommst du auf rund 225 Minuten reine Ausbildungszeit, verteilt auf zwei bis fünf Termine.

Die 4 Autobahnfahrten

Bei den 4 Autobahnfahrten geht es auf die A46, A52 oder A3. Klingt nach viel, ist aber nach der ersten Auffahrt erstaunlich entspannt, weil auf der Autobahn alle in dieselbe Richtung fahren und es keine Kreuzungen gibt.

Du trainierst:

  • Auffahren und Einfädeln über den Beschleunigungsstreifen
  • Spurwechsel mit Schulterblick und Blinker
  • Abstand bei hohem Tempo, die berühmte Drei-Sekunden-Regel
  • Abfahren und das Tempo rechtzeitig anpassen
  • Verhalten in einer Rettungsgasse und bei Stau

Gerade das Einfädeln macht anfangs nervös, sitzt aber nach zwei, drei Mal überraschend gut.

Die 3 Nacht- und Dämmerungsfahrten

Die 3 Nachtfahrten finden bei Dunkelheit oder in der Dämmerung statt. Im Winter geht das früh, im Sommer wird es spät, weshalb diese Fahrten oft die Terminplanung bestimmen.

Dabei geht es um:

  • richtiges Einschätzen von Entfernungen bei wenig Licht
  • den korrekten Umgang mit Fern- und Abblendlicht
  • Blendung durch Gegenverkehr aushalten und reagieren
  • schlecht erkennbare Fußgänger und Radfahrer rechtzeitig sehen

Viele unterschätzen, wie anders sich Fahren im Dunkeln anfühlt. Genau deshalb ist diese Erfahrung unter Anleitung so wertvoll.

Wann die Sonderfahrten im Ausbildungsverlauf kommen

Die Sonderfahrten stehen fast immer gegen Ende deiner Ausbildung an, und das aus gutem Grund. Du sollst die Grundlagen, also Schalten, Lenken, Blick und Stadtverkehr, schon sicher beherrschen, bevor wir 100 km/h auf der Landstraße oder das Tempo der A3 obendrauf packen.

Meistens beginnen wir mit Überland, gehen dann auf die Autobahn und legen die Nachtfahrten dazu, sobald es früh genug dunkel ist. In der Praxis fallen die zwölf Pflichtfahrten oft in die letzten Wochen vor der praktischen Prüfung.

Was kommt nach den Sonderfahrten?

Nach den Sonderfahrten kommt die praktische Prüfung. Sind alle 12 Pflichtfahrten gefahren, die Theorieprüfung bestanden und hält dein Fahrlehrer dich für prüfungsreif, melden wir dich beim TÜV Rheinland zur praktischen Prüfung an.

Bis zum Termin fährst du in der Regel noch ein paar Übungsstunden, oft gezielt im Prüfungsgebiet und an den Manövern, die noch nicht sitzen. Die praktische Prüfung für Klasse B dauert dann 55 Minuten, davon mindestens 30 Minuten reine Fahrzeit.

Ein paar ehrliche Tipps

Geh entspannt rein. Bei jeder Sonderfahrt sitzt dein Fahrlehrer mit eigenem Pedalsatz daneben, du bist also nie auf dich allein gestellt. Schlaf vorher gut, besonders vor den Nachtfahrten. Und sieh die Stunden nicht als Prüfung, sondern als die beste Gelegenheit, neue Situationen ohne Druck auszuprobieren.

Wenn du deine Ausbildung starten willst, kannst du dich direkt zum Führerschein in Düsseldorf anmelden. Die Sonderfahrten planen wir dann gemeinsam so, dass sie gut in deinen Alltag passen.

Häufige Fragen

Wie viele Sonderfahrten muss ich machen? Für die Klasse B sind es 12 Stunden: 5 Überland, 4 Autobahn und 3 bei Nacht oder Dämmerung. Jede Stunde dauert 45 Minuten.

Kann ich Sonderfahrten überspringen, wenn ich schon gut fahre? Nein. Die 12 Sonderfahrten sind gesetzlich Pflicht und davon kann niemand befreit werden, egal wie sicher du fährst.

Wann im Ausbildungsverlauf kommen die Sonderfahrten? In der Regel gegen Ende, kurz vor der praktischen Prüfung. Du sollst die Grundlagen sicher beherrschen, bevor neue Situationen wie Autobahn und Dunkelheit dazukommen.

Sind die Sonderfahrten schwerer als normale Fahrstunden? Sie sind anders, nicht unbedingt schwerer. Autobahn fühlt sich oft sogar entspannter an als Stadtverkehr, weil es keine Kreuzungen gibt. Mit etwas Übung sitzt jede der drei Situationen schnell.

Was passiert, wenn die Tage zu lang sind für Nachtfahrten? Im Sommer kann es spät werden, bis es dunkel genug ist. Wir planen die Nachtfahrten dann auf späte Abendtermine oder in die dunklere Jahreszeit, damit der Ablauf deiner Ausbildung nicht ins Stocken gerät.

Was kostet eine Sonderfahrt? Bei uns 65 € je Sonderfahrt à 45 Minuten, also genauso viel wie eine normale Übungsfahrt. Autobahn, Überland und Nacht kosten keinen Aufschlag. Alle Posten stehen offen in unserer Preisliste.

Was ist der Unterschied zwischen Überlandfahrt und Autobahnfahrt? Die Überlandfahrt läuft auf Land- und Bundesstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften, mit Gegenverkehr, Kurven und Überholvorgängen. Die Autobahnfahrt läuft auf der Autobahn, ohne Gegenverkehr und ohne Kreuzungen, dafür mit Auffahren, Einfädeln und hohem Tempo. Beide zählen getrennt: 5 Überland, 4 Autobahn.

Mehr dazu im ausführlichen Ratgeber: Überlandfahrt erklärt.

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