B197 erklärt: Automatik lernen, Schalter fahren – der schlauste Führerschein 2026?
Mit B197 lernst du auf Automatik, darfst aber trotzdem Schaltwagen fahren – ohne den lästigen 78-Eintrag. Wir erklären, wie die Regel funktioniert und für wen sie sich lohnt.

Lange galt: Wer die Prüfung auf einem Automatikauto macht, bekommt den Eintrag „78" und darf danach nur Automatik fahren. Für viele ein Ausschlusskriterium – Schaltwagen sind verbreiteter und beim Gebrauchtwagenkauf flexibler. Seit der Regelung B197 ist dieses Dilemma vom Tisch. Und trotzdem wissen viele nicht, was genau dahintersteckt. Räumen wir auf.
Das Problem, das B197 löst
Automatikfahren ist leichter zu lernen. Kein Kuppeln, kein Abwürgen, kein Schalten im Kreisverkehr – du kannst dich voll auf Verkehr, Spiegel und Vorfahrt konzentrieren. Gerade am Anfang nimmt das enorm viel Stress raus.
Der Haken war früher der 78-Eintrag: Automatik gelernt = lebenslang nur Automatik erlaubt. B197 hebt genau diese Einschränkung auf. Du lernst und prüfst auf Automatik – und darfst hinterher trotzdem Schaltwagen fahren. Ohne Sternchen, ohne Einschränkung im Führerschein.
Wie B197 funktioniert
Der Ablauf ist klar geregelt:
- Du machst deine Ausbildung ganz normal auf einem Automatikfahrzeug.
- Zusätzlich absolvierst du mindestens 10 Fahrstunden (à 45 Minuten) auf einem Schaltwagen, in denen du Schalten und Kuppeln lernst.
- Am Ende legst du eine kurze Testfahrt auf dem Schaltwagen ab – kein zweiter Prüfungsmarathon, sondern der Nachweis, dass du eine Schaltung sicher beherrschst. Bestätigt deine Fahrschule diese Kompetenz, ist alles im Kasten.
- Die eigentliche praktische Prüfung machst du dann entspannt auf dem Automatikauto.
Das Ergebnis: ein ganz normaler Klasse-B-Führerschein, ohne 78-Eintrag. Du darfst alles fahren.
Für wen sich B197 lohnt
Ehrlich gesagt: für die meisten. Besonders, wenn …
- … du dir den Einstieg leichter machen willst und erst mal nur aufs Fahren konzentrieren möchtest.
- … du tendenziell mit dem Kuppeln haderst (Stichwort Abwürgen am Berg) – auf Automatik fällt dieser Stressfaktor weg.
- … du am Ende trotzdem flexibel sein willst, welches Auto du fährst.
Und ein praktischer Nebeneffekt: Weil Automatik leichter zu lernen ist, kommen viele mit etwas weniger Fahrstunden zur Prüfungsreife – das kann die Mehrkosten der 10 Schaltstunden ganz oder teilweise ausgleichen.
Wann der klassische Schalter trotzdem Sinn ergibt
B197 ist nicht für alle die Pflichtlösung. Wenn du …
- … ohnehin schon ein gutes Gefühl fürs Schalten hast,
- … sicher weißt, dass du nie Automatik fahren wirst,
- … die zusätzlichen Schaltstunden sparen willst,
… dann kann der klassische Weg über den Schaltwagen der direktere sein. Es ist kein „besser oder schlechter", sondern eine Frage, was zu dir passt.
Zukunftssicher gedacht
Ein Argument, das immer wichtiger wird: E-Autos fahren alle wie Automatik. Die Welt bewegt sich Richtung automatischer Getriebe. Mit B197 lernst du auf der Technik der Zukunft – ohne dir die Tür zum Schaltwagen zuzuschlagen, solange es ihn noch gibt. Das ist ziemlich genau der Grund, warum die Regelung so beliebt geworden ist.
Häufige Fragen
Steht im Führerschein, dass ich B197 gemacht habe? Nein – im Führerschein steht ganz normal die Klasse B, ohne Einschränkung. Den B197-Weg sieht man dem Dokument nicht an. Du darfst Schalt- und Automatikwagen fahren, fertig.
Sind die 10 Schaltstunden Pflicht? Ja, plus die abschließende Testfahrt. Das ist der Teil, der dir die uneingeschränkte Fahrerlaubnis sichert.
Ist B197 teurer als ein reiner Automatik-Führerschein? Etwas, wegen der zusätzlichen Schaltstunden. Dafür bekommst du die volle Flexibilität. Verglichen mit einem 78-Eintrag, der dich auf Automatik festnagelt, ist das für die meisten das deutlich bessere Geschäft.
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